Schlacht von Mezőkeresztes

Entlang des ruhigen Bachs Csincse wirkt heute alles friedlich. Plätscherndes Wasser, grünes Gras, ein Ort, an dem man ohne nachzudenken sein Zelt aufschlagen würde. Doch der Schein trügt. Vor Jahrhunderten bebte hier der Boden unter der Gewalt Tausender Soldaten.

1596, kurz nach dem Fall von Eger, standen sich hier zwei Großmächte gegenüber. Auf der einen Seite die riesige osmanische Armee unter der Führung von Mehmed III. Auf der anderen Seite eine bunte, aber entschlossene Armee von Habsburgern und Siebenbürgern unter der Führung von Maximilian III. von Österreich und Sigismund Báthory.

Tagelang wurde gekämpft. Staubwolken hingen über dem Schlachtfeld. Das Geräusch von Stahl auf Stahl und das Geschrei von Männern erfüllten die Luft. Langsam aber sicher schien der Sieg der christlichen Koalition zu kippen. Die Osmanen wurden zurückgedrängt. Die Anspannung schlug in Euphorie um.

Und dann geschah es.

Als die habsburgischen Truppen das osmanische Lager erreichten, brach die Disziplin. Soldaten sahen Reichtum, Beute, Sieg. Sie begannen zu plündern. Waffen wurden niedergelegt. Wachsamkeit verschwand. Der Kampf schien schließlich schon gewonnen.

Aber dieser Moment der Überheblichkeit wurde ihm zum Verhängnis.

Die osmanischen Truppen, noch nicht besiegt, ergriffen ihre Chance. Sie sammelten sich blitzschnell neu. Was folgte, war ein rücksichtsloser Gegenangriff. Überraschung schlug in Chaos um. Die plündernden Soldaten wurden überrannt. Reihen brachen zusammen. Panik breitete sich wie ein Lauffeuer aus.

Langsam aber sicher wurde die habsburgische Armee zurückgedrängt. Was zuerst ein sicherer Sieg zu sein schien, verwandelte sich in eine vernichtende Niederlage. Der Bach Csincse wurde Zeuge einer vollständigen Wendung des Schicksals.

Die Nachwirkungen waren schwer. Das Misstrauen wuchs innerhalb der Koalition. Die Zusammenarbeit bröckelte ab. Und Städte wie Eger blieben in osmanischer Hand.

Heute hört man hier nur noch das sanfte Rauschen von Wasser. Aber wer gut hinsieht, steht auf Boden, auf dem einst Geschichte mit Blut, Stahl und einem fatalen Irrtum geschrieben wurde.

Quelle: Unbekannt – Eigenes Werk des Hochladers, gescannt von Szilas aus Török miniatúrák von Géza Fehér, Corvina 1978, Budapest

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